Indikationslexikon
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Morbus Crohn
Synonyme und ebenfalls zugeordnete Begriffe:
chronisch entzündliche Darmerkrankungen
Colitis ulcerosa

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen sind vor allem die Colitis ulcerosa und der Morbus Crohn.

Die Colitis ulcerosa tritt bei beiden Geschlechtern vorwiegend zwischen dem 2. und 4. Lebensjahrzehnt auf, die Entzündungen betreffen fast immer zunächst den Enddarm, können aber den ganzen Dickdarm mit einbeziehen. Toxische Schäden des Dickdarms mit Perforation oder plötzlicher massiver Blutung oder die Entwicklung von Dickdarmstrikturen und Dickdarmkarzinomen gehören zu den "darmeigenen" Komplikationen der Colitis ulcerosa. Durch eine totale Kolektomie ist die Erkrankung heilbar.

Der Morbus Crohn (Enterocolitis regionalis) ist eine chronische Entzündung mit typischer Gewebeveränderung, die alle Wandschichten der betroffenen Darmabschnitte befällt; Dünndarm und/oder Dickdarm (seltener auch andere Teile des Magen-Darm-Kanals) können betroffen sein. Typische Komplikationen sind Fisteln, die von den entzündeten Darmteilen ausgehend in Nachbarorgane und in die Haut durchbrechen können (sehr häufig Analfisteln). Eine medikamentöse oder chirurgische Heilung ist nicht möglich.

Die Ursachen der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen sind nicht geklärt. Typische Zeichen sind Durchfälle, die bei der Colitis ulcerosa blutig-schleimig, beim Morbus Crohn oft mit starken krampfartigen Schmerzen verbunden sind.

Ernährungstherapie

Neben der medikamentösen Therapie mit z.B. Kortikosteroiden erhält die Ernährungstherapie eine besondere Bedeutung im Gesamttherapiekonzept, da 70 % der Morbus Crohn-Patienten und 10-40 % der Colitis ulcerosa-Patienten Ernährungsstörungen mit Gefahr einer Malnutrition aufweisen. Ein therapeutischer Effekt der enteralen Ernährung mit bilanzierten Diäten wurde nur bei Morbus Crohn nachgewiesen. Bei Colitis ulcerosa verbessern bilanzierte Diäten den Ernährungsstatus und unterstützen damit die Therapie.

Akutphase

Je nach Ausprägung der Symptome reicht die Ernährungstherapie von einer vollständigen parenteralen Ernährung bis zum Einsatz von bilanzierten Diäten als Sondenkost oder in Form von hochmolekularen Trinknahrungen. Beachtet werden muss der erhöhte Energiebedarf der Patienten von 40-45 kcal/kg KG sowie der erhöhte Eiweißbedarf von1,2-1,5 g/kg KG.

Hinsichtlich der Wirksamkeit der verschiedenen Formuladiäten (nährstoffdefiniert vs. chemisch definiert) zeigten die bisher vorliegenden Studien keine Unterschiede. Einen positiven Effekt zeigten dagegen Omega-3-Fettsäuren in der Akutphase bezüglich einer Beschleunigung der Remission, Verringerung der klinischen Aktivität sowie Senkung der Steroiddosis. In Abhängigkeit des klinischen Verlaufs erfolgt ein langsamer und vorsichtiger Kostaufbau bis zu einer leichten Vollkost.

Ruhephase

In der klinisch symptomfreien Zeit sollte eine ausgewogene Mischkost unter Berücksichtigung der individuellen Unverträglichkeiten (z.B. Lactoseintoleranz) Basis der Ernährung sein. Bestehen Stenosen des Darmlumens bzw. tritt eine Steatorrhoe auf, sollten zusätzlich die dort beschriebenen diätetischen Einschränkungen miteinbezogen werden. Zur Unterstützung können enterale Trinknahrungen zur Energie- und Nährstoffversorgung eingesetzt werden. Omega-3-Fettsäuren sollten über Fischöl (5 g/Tag) supplementiert werden.

Folgene Produkte kommen bei dieser Indikation in Frage:

Calshake
Frebini energy
Frebini energy DRINK
Frebini energy fibre DRINK
Frebini original
Fresubin original
Fresubin original DRINK
Glutamine Plus
Nutricomp® D
Nutricomp® Energy
Nutricomp® Energy Fibre
Nutricomp® Peptid
Nutricomp® Soy Fibre
Nutricomp® Standard
Nutricomp® Standard Fibre
ProvideXtra DRINK
Survimed OPD
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